Die Festplatte ist ein beständiger Speicher, auf dem Daten gespeichert werden können. Im Gegensatz zum RAM bleiben die Daten auch bei ausgeschalteter Stromversorgung auf der Festplatte erhalten. Entsprechend wird die Festplatte auch als Langzeitgedächtnis des Computers bezeichnet. Es gibt verschiedene Festplattentypen, die sich in ihrer Bauart und anderen Eigenschaften unterscheiden:

Die Hard Disk Drive (HDD)

Die HDD ist eine sog. Magnetfestplatte, mit einem metallenen Gehäuse. Auf rotierenden Scheiben werden die Daten mittels Magnetisierung codiert. Magnetfestplatten weisen die höchsten Speicherkapazitäten auf, sind günstig, aber dafür auch langsamer in der Datenübertragung als andere Festplattentypen. Zu beachten ist, dass je schneller die Magnetscheiben rotieren, desto schneller sind die Lese und Schreibraten. Leider nimmt dann auch ihre Lautstärke zu. Ihre Kapazität reicht in der Regel bis 4 Terabyte. Es gibt aber auch Modelle mit bis zu 16 Terabyte Speicher. Zusammen mit dem günstigen Preis ist die HDD die beste Möglichkeit, große Datenmengen abzuspeichern, bei denen es nicht auf die Übertragungsgeschwindigkeit ankommt, z.B. Spiele, Musik, Filme und Fotos. Über einen SATA-Anschluss (SATA 6G) werden die Daten mit bis zu 6 Gbit/sekunde übertragen.

Festplatte (HDD)
Eine übliche HDD mit 1 Terabyte Speicher

Die Solid State Drive (SSD)

Eine SSD ist ein aus Flash oder SDRAM-Speicherbausteinen bestehender elektronischer Speicher. Flash ist eine nichtflüchtige Speichertechnologie, die ohne bewegliche Bauteile auskommt und daher lautlos und robust, sowie einfach zu kühlen ist. Nichtflüchtig bedeutet, dass der Speicher die Daten behält, auch wenn die Stromversorgung unterbrochen wird. Eine SSD ist wesentlich schneller als eine HDD, leider auch ne ganze Ecke teurer. Aufgrund ihrer geringeren Größe ist sie heutzutage die erste Wahl wenn es um die Speicherbestückung eines Laptops geht. Auch die SSD wird üblicherweise über eine SATA3-Verbindung mit 6 Gigabit pro Sekunde betrieben. Dieser Anschluss limitiert jedoch die Leistung der SSD. Daher gibt es mittlerweile auch Varianten wie die M.2 SSD, die über PCIe betrieben werden.

SSD 2.5 Zoll
Eine SATA3 SSD im 2.5 Zoll Format, mit 240 Gigabyte Speicher

M.2 SSD

Ursprünglich von Intel im Jahr 2012 als “NGFF – Next Generation Form Factor” getauft, wird die M.2 SSD über PCIe betrieben, sie hat eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 32 Gigabits pro Sekunde (entspricht etwa 3200 Mb/s in der Praxis). Ältere M.2 Modelle benutzen den SATA3 Anschluss, dieser überträgt nur 550 Mb/s. PCIe 3.0 x4 ist somit mehr als fünf mal so schnell wie eine über SATA3 betriebene SSD. Der Anschluss befindet sich meist direkt auf dem Mainboard, sofern dieses den Speicher unterstützt. Die M.2 SSD kann ihre Geschwindigkeit am besten in Verbindung mit dem NVM Express (NVMe) Protokoll entfalten. Ein Protokoll ist eine Art Software-Regelung die festlegt, wie eine bestimmte Hardware angesprochen werden soll. Im Datenblatt der M.2 sollte die NVMe-Unterstützung angegeben sein.

Anschluss auf dem Mainboard ist wichtig

Zusätzlich sollte auf die bestmögliche Anbindung geachtet werden. Das oben erwähnte PCI 3.0 x4 nutzt 4 Datenleitungen, aber es gibt auch PCI 3.0 x2. Erkennen könnt Ihr dies an der Kerbe zwischen den Kontaktpins der Platine. Sind dort zwei Kerben, nutzt die SSD zwei Lanes, ist es nur eine Kerbe, werden alle 4 Lanes genutzt. Erst so können maximal viele Daten übertragen werden.

M.2 SSD
M.2 SSD mit NVMe Unterstützung

Auch gibt es noch M.2 Modelle mit PCI 2.0. Okay, wir verschaffen uns doch nochmal kurz einen Überblick über die Anschlussvarianten und deren Übertragungsgeschwindigkeiten, mit einer Tabelle:

Anbindung Max. Geschwindigkeit Leserate Praxis
SATA 3 6 Gbit/s ca. 550 Mb/s
PCIe 2.0 x2 10 GBit/s ca. 800 Mb/s
PCIe 2.0 x4 20 GBit/s ca. 1600 Mb/s
PCIe 3.0 x2 16 GBit/s ca. 1600 Mb/s
PCIe 3.0 x4 32 GBit/s ca. 3200 Mb/s

Achtet also darauf, möglichst eine M.2 SSD und Mainboard mit einer PCI 3.0 x4 Anbindung auszuwählen. Wie heißt es so schön? Gib Gas, das macht Spaß! Die Spezifikation könnt Ihr in den jeweiligen Datenblättern einsehen. Der Geschwindigkeitsvorteil macht sich am meisten bei großen Datenmengen z.B. für Videobearbeitung bemerkbar.

Noch kurz zu den Baugrößen: Üblich sind M.2 SSDs mit einer Breite von 22mm und einer Länge von entweder entweder 30, 42, 60, 80 oder 110mm. Im Shop sieht man meist am Produktnamen, welche Größe die M.2 besitzt. Meistens steht hinter dem “M.2” noch etwas wie “2280” oder ähnliches. Schaut hin! 22mm Breite, 80mm Länge. Das Mainboard muss also die Länge unterstützen, siehe Datenblatt. Die Länge ist dabei abwärtskompatibel, logischerweise passt eine 60mm lange Platine auch in einen 110mm langen Slot, solange die Breite passt.

Der Hybrid: SSHD

Eine Hybridlösung bestehend aus SSD und HDD. Oft benötigte Daten werden auf den SSD-Teil ausgelagert, um schneller für das System zur Verfügung zu stehen. Damit soll ein Performance-Schub erreicht werden, mit einem bestmöglichen Preis-Leistungsverhältnis. Diese Technik wird nicht weiter verfolgt, da die Preise für SSD’s mittlerweile erschwinglich geworden, und andere Technologien wie M.2 auf dem Vormarsch sind.

Externe Festplatten

Neben den oben genannten internen Festplatten gibt es auch externe Festplatten. Sie werden über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden, sonst lassen sich auf ihnen genauso verschiedene Daten speichern. Zusätzlich sind sie portabel, genau wie bei einem USB-Stick. Aufgrund der Kompaktheit sind USB-Festplatten oft im 2.5 Zoll Format gehalten. Für den Zusammenbau an sich sind externe Festplatten erstmal nicht relevant, trotzdem ist es passend sie an dieser Stelle mit aufzulisten. Falls ihr eine USB-Festplatte kauft, achtet darauf, dass sie den USB 3.0 Superspeed unterstützen. Denn dieser nutzt den USB-Anschluss in Sachen Geschwindigkeit optimal aus. Neuere Modelle nutzen den (noch) wenig verbreiteten USB 3.1 Type C Anschluss. Dieser überträgt theoretisch doppelt soviel Daten pro Sekunde.

USB-Typ-C Festplatte
Eine externe USB 3.1 Type C Festplatte

Festplatten-Größen

Festplatten gibt es in verschiedenen Größen. Magnetfestplatten sind üblicherweise im 3.5 Zoll Format erhältlich, SSD’s hingegen im kleineren 2.5 Zoll Format. Aber es gibt auch 2.5 Zoll Magnetfestplatten, diese kommen oft in externen USB-Festplatten zum Einsatz. Bei Note- oder Netbooks werden auch 1.8 Zoll SSD‘s eingesetzt, um weiter Platz zu sparen. Für einen Desktop-PC sind aber nur die 2.5, und 3.5 Zoll Formate wichtig.

Wieviel Speicher brauche ich?

Ihr erahnt die Antwort bestimmt schon: Es kommt drauf an. Mit je mehr Daten ihr umgehen werdet, desto größer sollte eure Speicherkonfiguration sein. So schonmal die einfache Faustregel. Eine SSD bietet sich wie beschrieben als Systemfestplatte an, also für Betriebssystem (Windows/Linux..) und Programme. 128 – 256 Gigabyte sollten für die meisten von euch ausreichen. Die HDD-Kapazität müsst ihr selber abwiegen, ich empfehle standardmäßig eine 1 Terabyte Festplatte, um zusätzlich Musik und ähnliches abzuspeichern. Natürlich könnt Ihr auch nur eine HDD für euer ganzes System nehmen, dann plant etwas mehr Speicher ein.

Zusammenfassung

Art Eigenschaften Pro Contra
HDD Magnetfestplatte, 3.5 Zoll Format, SATA3 Anbindung hoher Speicherplatz, günstig vglw. langsames Lesen/Schreiben, Lautstärke, Wärmeentwicklung
SSD Flashspeicher, 2.5 Zoll Format, SATA3 Anbindung schnelles Lesen/Schreiben, lautlos, robust, hitzearm vglw. hoher Preis, SATA3-Anbindung limitierend
M.2 SSD Flashspeicher, kompakt, PCIe x4 Anbindung sehr schnelles Lesen/Schreiben, lautlos, vglw. günstig muss vom Mainboard unterstützt werden, nur partiell verbesserte Systemperformance

Tipps zur Auswahl

  • HDD’s sind für Daten wie Musik und Filme gedacht. Kalkuliere ausreichend Speicher ein. Mindestens 1 Terabyte ist empfehlenswert
  • eine HDD sollte über den SATA3-Anschluss betrieben werden.
  • Eine SSD mit mindestens 128 Gigabyte ist als Systemfestplatte optimal
  • vergleiche verschiedene Modelle und deren Performance online
  • Schau, welche SSD-Typen und Übertragungsarten dein Mainboard unterstützt. Wenn möglich, wähle eine M.2 Variante, da sie günstiger sind als herkömmliche SSD’s.
  • Wenn M.2, dann mit NVMe

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