Eine AMD CPU mit ihren Kontaktpins.
Eine AMD CPU mit ihren Kontaktpins.

Was macht der Prozessor?

Der Prozessor, im allgemeinen auch CPU (engl. Central Processing Unit) genannt, ist das Herzstück eines jeden Rechners. Er ist nur wenige Quadratzentimeter groß und organisiert alle Aufgaben der laufenden Programme, und leitet sie an die richtigen Komponenten weiter. Er tut im grundlegenden nichts anderes als 0 und 1 zusammenzurechnen. Doch das kann jeder Prozessor unterschiedlich schnell. Maßgebend dafür ist seine Taktfrequenz: Diese wird in Gigahertz (GHz) angegeben, wobei 1 GHz = 1.000 Megahertz (MHz) = 1.000.000.000 Hertz gilt. Wenn eine CPU also 3,2 GHz an Taktleistung bietet, durchläuft er 3,2 Milliarden Zyklen pro Sekunde, Zyklen heisst in diesem Fall 01-Berechnungen. Neben dem Takt sind auch andere Spezifikationen wie die Anzahl der Rechenkerne wichtig, doch dazu später mehr. Vorab: Die Details würden Bände füllen, und sind auf anderen Websites nachlesbar. Wir wollen hier nur auf die wichtigen Eckdaten eingehen, die für die Wahl unseres eigenen PCs wichtig sind.

Welche CPUs gibt es?

CPUs gibt es für verschiedene Anwendungsgebiete. So sind in Mobilgeräten Prozessoren verbaut, die möglichst stromsparend arbeiten. Es gibt Serverprozessoren, die dafür ausgelegt sind, möglichst viele, unkomplizierte Anfragen gleichzeitig zu verarbeiten (so z.B. auch der Server, der diese Website liefert), und es gibt Desktop-Prozessoren, die für den Einsatz im heimischen PC gedacht sind. Wir beschränken uns hier auf die Desktop-CPUs, dieser Markt wird hauptsächlich durch die beiden Hersteller Intel und AMD gedeckt. Bestimmt habt ihr schon irgendwo von der berühmt-berüchtigten Frage “Intel oder AMD?” gehört oder mit Freunden diskutiert. Habt ihr bereits Vorurteile? Diese solltet ihr vergessen oder wenigstens überdenken. Es zählen nur eure persönlichen Ansprüche und die Erfüllung dieser.

Der Sockel

Eine Intel-CPU in ihrem Sockel

Der Sockel bezeichnet die Schnittstelle von der CPU zum Mainboard. Jeder Prozessorhersteller verwendet dabei seine eigenen Sockel, die sich in ihrer Bauart und Aktualität unterscheiden. Bei AMD gibt es Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen (z.B. AM 3+, FM2+), bei Intel sind es Zahlen (z.B. 1151,1366), die die Anzahl der elektronischen Kontaktpins repräsentieren. Aktuelle Sockel sind der AM4 von AMD sowie der Intel Sockel 1151 (Mainstream) und der 2066 (High-End).

Aktuelle CPU-Sockel in der Übersicht

Nachfolgend findet ihr alle aktuellen und somit relevanten Sockel in der Tabelle. Die Spalte “CPUs” gibt dabei die Codenamen der jeweiligen Prozessorserien an. CPUs, die einen älteren Sockel verwenden, solltet Ihr bei eurem Kauf nicht in Betracht ziehen, da ihre Leistung längst von aktuellen Modellen eingeholt wurde. Sowohl in ihrer Rechenpower, als auch ihrer Effizienz.

Sockel CPUs Segment Vorgänger
Intel 1151 Skylake, Kabylake, Coffeelake Mainstream Intel 1150
Intel 2066 Kabylake-X, Skylake-X High-End Intel 2011-3
AMD AM4 Ryzen, Athlon Low – High End AMD AM3+
AMD TR4 Threadripper High-End
AMD FM2+ AMD Fusion Mainstream AMD FM2

Zum Begriff Multithreading

Ihr werdet bei Euren Recherchen zum Thema CPU auf die Begriffe “physikalische und logische Kerne” sowie “Multithreading” stoßen. Eure CPU hat eine feste Anzahl Kerne, also die, die physikalisch verbaut sind. Mittels Multithreading-Technologien, wie z.B. Intels Hyperthreading, werden dem Betriebssystem vereinfacht gesagt mehr Kerne vorgegaukelt, und das Betriebssystem kann mehr Arbeit gleichzeitig auf die CPU verteilen. So hat ein aktueller Intel I7 Prozessor 4 physikalische Kerne, mittels Hyperthreading erkennt das System dann insgesamt 8 Kerne, diese werden als Logische Kerne bezeichnet. Wer jetzt glaubt, die Leistung wird verdoppelt, der liegt nicht ganz richtig. In der Praxis kommt es auf die jeweilige Software an, die durch den Prozessor gejagt wird. Hilfreich ist Multithreading bei vielen gleichzeitig laufenden Programmen, also dem Multitasking.

Die TDP

Ein weiterer Punkt ist die Effizienz. Die Prozessoren verbrauchen alle unterschiedlich viel Strom, ein Anhaltspunkt dafür bietet die sog. TDP-Angabe (Thermal Design Power). Diese gibt die maximale thermische Verlustleistung an. Also die Abwärme der CPU die entsteht, und vom System gekühlt werden muss. Bei aktuellen 4-Kern CPUs liegt diese meistens bei ca. 95 Watt. Je höher die TDP, desto höher ist auch der generelle Stromverbrauch der CPU. Natürlich hängt dieser Wert auch von der jeweiligen Nutzung des Systems ab. Wer später einen eigenen CPU-Kühler verbauen will, der sollte sich auch nach der TDP richten. Ein nachdrücklicher Hinweis: Die TDP gibt NICHT den Stromverbrauch der CPU an!

Turbotakt? CPU Übertakten?

Bei den meisten aktuellen Prozessoren wird ein sog. Turbotakt angegeben, der etwas höher liegt als der Standarttakt der CPU. Die Idee dahinter ist, dass das System bei Vollast einen zusätzlichen, temporären Leistungschub von der CPU einfordern kann, um eine reibungslose Nutzung des Systems trotz hoher Auslastung zu gewährleisten. Auch können hierdurch viele ältere Programme beschleunigt werden, da sie nicht Multikern optimiert sind und somit von der zusätzlichen Taktfrequenz profitieren. Für viele ist es aber auch ein Marketing-Gag, da mit einer höheren Taktfrequenz als normal geworben werden kann.

Übertakten können wir aber auch selbst. Intel bietet hierzu spezielle K-Modelle an (z.B. Intel Core i7 8800K), die sich relativ einfach und zuverlässig übertakten lassen. Das “Overclocking” wird in einem separaten Artikel erklärt. Vorab könnt Ihr euch jedoch überlegen, ob ihr an eurem zukünftigen Rechner-Schmuckstück auch mal etwas rumexperimentieren wollt, um noch ein bisschen zusätzliche Leistung herauszukitzeln. Ob sich das immer lohnt, ist eine andere Frage. Die K-Modelle sind etwas teurer, zusätzlich solltet ihr dann auch einen separaten CPU-Kühler einberechnen.

TRAY, WOF, was?

Wenn ihr euch in den verschiedenen Hardware-Shops im Netz mal durch die Prozessoren-Kategorie blättert, werden euch Wörter wie BOX, WOF und TRAY aufgefallen sein. Diese Abkürzungen geben die Verpackungsart der CPU an. Dabei gilt:

  • BOX = Inklusive Lüfter, volle Garantie, Neuware
  • WOF = Without Original Fan, kein Lüfter, sonst wie BOX
  • TRAY = kein Lüfter, oftmals generalüberholte Ware, nur 1 Jahr Gewährleistung (keine Garantie)

Die TRAY-Varianten sind oft ein paar Euro günstiger, dennoch würde ich die BOX, bzw. WOF Variante empfehlen. Das richtet sich danach, ob ihr einen eigenen CPU-Kühler verbauen wollt oder nicht. Der Preisunterschied ist oft nicht nennenswert, dann lieber volle Garantie. Beachtet dies beim Kauf eines Prozessors. Nicht das Ihr beim Zusammenbau feststellt, dass der Prozessorkühler fehlt!

Benchmarks: Bankdrücken unter Prozessoren

Takt, Kerne, TDP jajaja. Welcher Prozessor ist denn nun der beste? So pauschal kann man das garnicht sagen, da jede CPU seine Stärken und Schwächen hat. Je nach verbauter Architektur und den geforderten programmatischen Rechenoperationen. Auch haben die restlichen Komponenten im PC Einfluss auf die tatsächliche Gesamtperformance. Dennoch gibt es Ranglisten, die die Leistung eines jeden CPU-Chips in Relation setzen. Diese sog. Benchmarks lassen die CPUS verschiedene Tests und Rechenaufgaben durchführen, dabei werden Zeit und Genauigkeit gemessen und miteinander verglichen. Es gibt viele verschiedene Tests, auf die ich hier nicht genauer eingehen werde. Falls ihr ein paar mehr CPU-Modelle in eure engere Auswahl gezogen habt, könnt ihr euch im Internet einen genaueren Vergleich heranziehen. Sucht dafür einfach nach “cpu1 vs. cpu2 benchmark” oder ähnlichem. Fürs erste reicht es, wenn Ihr den Begriff Benchmark im Hinterkopf habt. Eine allgemeine Übersicht geordnet nach Leistung findet ihr hier.

Was ist bei der Auswahl der CPU zu beachten?

Ihr solltet eure CPU primär nach der geforderten Leistung aussuchen. Erste Parameter dafür haben wir bereits kennengelernt, und zwar die Taktfrequenz und die Anzahl der Kerne. Doch das bedeutet nicht, dass Ihr euch sofort eine 8-Kern CPU anschaffen müsst. Viele Spiele sind z.B. garnicht für mehr als 4 Kerne optimiert, die maximale Leistung der CPU wird also nicht voll ausgereizt. Während für normale Office-Arbeiten und dem Gelegenheitssurfer eine 2-Kern CPU vollkommen ausreicht, sollte man für Ruckelfreies 60 FPS Gaming schon zu einem 4-Kerner greifen. Mehr als 4 Kerne machen nur dann wirklich Sinn, wenn ihr wirklich viele Anwendungen oder Programme gleichzeitig betreibt, oder für den professionellen Mediaediting-Bereich (3D, Video, Foto, Audio). In Zukunft werden zwar auch vermehrt Anwendungen und Spiele auf Multicore CPUs optimiert sein, doch das wird noch ein paar Jahre dauern. Trotzdem kann es nicht schaden, etwas mehr Leistung für kommende Szenarien einzukalkulieren.

Tipps für die CPU Auswahl

  • Der Prozessor gibt maßgeblich die Leistung eures gesamten Systems vor. Macht euch eure Ansprüche bewusst
  • der Sockel sollte aktuell sein
  • wichtige Eckdaten: Takt, Kerne + Multithreading, TDP
  • Falls Ihr einen eigenen CPU-Kühler verbauen wollt: Nehmt eine WOF-Variante
  • euch fällt die Entscheidung über zwei Modelle schwer? Checkt Benchmarks für spezifische Anwendungsfälle

3D-Ansicht

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